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Ratgeber für Eltern

Wann ist ein Kind bereit, Buchstaben zu schreiben

Anzeichen für Schreibreife, Übungen für die Hand, die man vorher machen sollte, und wie das Nachfahren von Buchstaben mit dem Finger auf das Schreiben mit dem Stift vorbereitet.

„Mein Kind ist vier und schreibt noch nicht" ist eine der häufigsten Sorgen, die wir von Eltern hören. Dabei ist das Schreiben von Buchstaben die letzte Etappe eines langen Weges, der mit Knete und Wäscheklammern beginnt. Dieser Text hilft Ihnen zu erkennen, wo Ihr Kind gerade steht, und zeigt, was in jeder Phase sinnvoll ist.

Schreiben beginnt mit der Hand, nicht mit Buchstaben

Um ein „a" zu schreiben, muss ein Kind mehrere Dinge gleichzeitig tun: das Werkzeug in den Fingern halten, den Druck kontrollieren, die Linie in die geplante Richtung führen, sie an der richtigen Stelle stoppen und sich dabei merken, wie der Buchstabe aussieht. Jede dieser Fähigkeiten reift für sich.

Deshalb fällt Kindern, die viel kneten, malen, Perlen auffädeln und mit der Schere schneiden, der Einstieg ins Schreiben meist leichter. Nicht weil sie begabter wären, sondern weil ihre Hand schon vorbereitet ist.

Anzeichen, dass ein Kind bereit ist

Es gibt kein festes Datum. Die meisten Kinder zeigen zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr Schreibreife, die Spanne ist groß und normal. Achten Sie statt auf das Alter auf diese Dinge:

  • Griff. Das Kind hält den Stift mit drei Fingern, nicht mit der ganzen Faust. Die Bewegung kommt aus Fingern und Handgelenk, nicht aus dem ganzen Arm.
  • Zeichnung. Es kann einen Kreis, ein Kreuz und ein Quadrat zeichnen sowie einen erkennbaren Menschen mit Kopf, Rumpf und Gliedmaßen.
  • Interesse. Es fragt „Was steht da?", versucht eigene Kritzeleien zu „schreiben" und seine Bilder zu unterschreiben.
  • Händigkeit. Es hat sich für eine Hand zum Malen entschieden und wechselt sie während einer Aufgabe nicht mehr.
  • Aufmerksamkeit. Es bleibt einige Minuten bei einer Aufgabe, ohne abzubrechen.

Wenn das meiste davon bereits klappt, kann es losgehen. Wenn nicht, lohnt es sich, zu den Handübungen zurückzukehren, statt Buchstaben zu erzwingen.

Übungen, die auf das Schreiben vorbereiten

Sie brauchen weder Hefte noch Arbeitsblätter. Die besten Übungen sind die, die das Kind für ein Spiel hält:

  1. Knete und Spielteig. Kneten, rollen, kleine Stücke abzupfen. Baut Fingerkraft auf.
  2. Auffädeln und Anklammern. Perlen auf eine Schnur, Wäscheklammern an den Rand einer Schachtel. Übt den Pinzettengriff, denselben, mit dem man später den Stift hält.
  3. Große Formen zeichnen. Mit Kreide auf dem Gehweg, mit dem Finger auf der beschlagenen Scheibe, mit dem Pinsel auf großem Papier. Die Bewegung des ganzen Arms muss frei sein, bevor die feine Bewegung der Finger dran ist.
  4. Mit dem Finger nachfahren. Buchstaben aus Schmirgelpapier, aus Grieß gestreut, in ein Tablett mit Sand geschrieben. Das Kind fährt die Form mit dem Finger nach und merkt sich die Bewegung mit dem Körper, nicht nur mit den Augen.
  5. Labyrinthe und Punkte verbinden. Lehren, eine Linie in eine geplante Richtung zu führen und sie zu stoppen.

Mit dem Finger auf dem Bildschirm, bevor der Stift aufs Papier kommt

Das Nachfahren von Buchstaben mit dem Finger ist eine natürliche Zwischenstufe. Es verlangt noch keine Druckkontrolle und keinen präzisen Griff, lehrt aber das Wichtigste: Reihenfolge und Richtung der Bewegungen, aus denen ein Buchstabe besteht. Ein Kind, das gelernt hat, dass das „a" oben beginnt und nach links läuft, wiederholt dieselbe Bewegung später mit dem Stift.

Eine gut gestaltete Übung zeigt den Startpunkt, führt an der Spur entlang und reagiert, wenn das Kind vom Weg abkommt. Wichtig ist, dass die Buchstabenform zu der passt, die die Schule lehrt. In Deutschland und Österreich gibt es unterschiedliche Ausgangsschriften, in Polen eine eigene Schulschrift mit charakteristischen Schleifen. Eine App, die Buchstaben in einer beliebigen Druckschrift zeigt, kann Bewegungen festigen, die in der Schule wieder abgewöhnt werden müssen. Deshalb wählt man in Buchstaben und Zahlen zu Beginn das Land: Es bestimmt Alphabet, Schrift und Strichreihenfolge. Und bevor Sie irgendeine App installieren, prüfen Sie sie mit unserer Checkliste.

Was man nicht tun sollte

  • Das Kind nicht an ein Linienheft setzen, wenn es noch keinen Kreis zeichnet. Üben über den Möglichkeiten lehrt nur, dass Schreiben schwer und unangenehm ist.
  • Den Griff nicht mit Gewalt korrigieren. Bieten Sie stattdessen dicke Stifte und kurze Kreidestücke an, die von selbst einen guten Griff erzwingen.
  • Nicht mit dem vergleichen, was ein Kind in diesem Alter „können sollte". Entwicklungstabellen beschreiben den Durchschnitt, nicht Ihr Kind.

Wenn ein Kind sechs Jahre alt ist, das Malen meidet und der Griff noch immer eine Faust ist, lohnt sich ein Gespräch mit der Erzieherin oder dem Erzieher im Kindergarten. Nicht um ein Problem zu suchen, sondern um Übungen zu finden, die am schnellsten helfen.

In der Praxis ausprobieren

Buchstaben und Zahlen — Buchstaben und Zahlen mit dem Finger auf dem Bildschirm schreiben.

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