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Ratgeber für Eltern

Lern-Apps für Kinder ohne Werbung. Worauf man achten sollte

Wie Sie in fünf Minuten prüfen, ob eine App für Ihr Kind sicher ist. Werbung, In-App-Käufe, Datensammlung, Berechtigungen und Datenschutzerklärung ohne Juristendeutsch.

Im App-Store bedeutet das Wort „Lern-App" fast nichts. Jeder darf es hinschreiben. Viele Kinder-Apps verdienen nicht am Lernen, sondern an der Aufmerksamkeit des Kindes: Sie zeigen Werbung, drängen zu Käufen oder sammeln Daten, aus denen später ein Werbeprofil entsteht. Hier ist eine Liste der Dinge, die Sie vor der Installation prüfen sollten. Das dauert wenige Minuten und erfordert kein technisches Wissen.

1. Werbung

Werbung in einer App für Vierjährige ist nicht nur eine Unterbrechung. Das Kind unterscheidet noch nicht zwischen Werbung und Inhalt und tippt auf alles, was sich bewegt. Manche Anzeigen führen zu anderen Apps, manche zu Seiten, die Sie Ihrem Kind nicht zeigen möchten.

So prüfen Sie es: Suchen Sie in der App-Beschreibung bei Google Play nach dem Hinweis „Enthält Werbung". Fehlt er, hat der Anbieter erklärt, dass es keine gibt. Ist die App Teil des Programms Google Play Families, musste der Anbieter zusätzliche Bedingungen für Werbung an Kinder erfüllen.

2. In-App-Käufe

Das Modell „kostenlose App mit Käufen" ist in Ordnung, wenn das Kind einen fairen Teil gratis bekommt und die Eltern den Rest bewusst freischalten. Problematisch sind Apps, die dem Kind ständig ein Kauffenster zeigen, den Fortschritt blockieren oder „Münzen" und „Edelsteine" verkaufen.

So prüfen Sie es: Der Hinweis „In-App-Käufe" im Store und die Preisspanne darunter. Sehen Sie eine lange Liste von Beträgen zwischen wenigen und hundert Euro, verkauft die App höchstwahrscheinlich virtuelle Währung. Beziehen sich die Preise auf das Freischalten der Vollversion, etwa als Abo oder Einmalkauf, den die Eltern abschließen, ist das meist ein faires Modell.

3. Konto und Daten

Eine App zum Buchstabenlernen braucht weder Namen noch Geburtsdatum noch Foto des Kindes. Fragt sie danach, fragen Sie sich, wozu. Ein Konto, das die Eltern nur mit einer E-Mail-Adresse anlegen, ist ein vernünftiges Minimum, wenn die App den Fortschritt auf mehreren Geräten speichern soll. Ein Konto, das das Kind selbst anlegt, ist ein Warnsignal.

So prüfen Sie es: Bei Google Play zeigt der Abschnitt „Datensicherheit", was die App sammelt und ob sie es an andere Unternehmen weitergibt. Suchen Sie Apps, bei denen „Es werden keine Daten erhoben" steht oder die Liste auf das Nötigste beschränkt ist.

4. Berechtigungen

Eine Lern-App braucht keinen Zugriff auf Kontakte, Standort, Mikrofon oder Fotos. Eine Ausnahme kann das Mikrofon sein, wenn die App Aussprache übt, aber dann sollte sie das klar erklären.

So prüfen Sie es: Öffnen Sie nach der Installation die Einstellungen des Telefons, dann Apps, wählen Sie die App und den Reiter „Berechtigungen". Alles, was Sie nicht verstehen, können Sie abschalten. Funktioniert die App dann nicht mehr, ist das ein schlechtes Zeichen.

5. Datenschutzerklärung

Jede Kinder-App muss eine öffentlich zugängliche Datenschutzerklärung haben. Sie müssen sie nicht ganz lesen. Prüfen Sie drei Dinge: Wer ist für die Daten verantwortlich und gibt es einen Kontakt, werden Daten an andere Unternehmen weitergegeben, und können Eltern die Löschung verlangen. Ist die Erklärung nicht erreichbar, führt der Link ins Leere oder auf eine allgemeine Firmenseite ohne Bezug zur App, lassen Sie besser die Finger davon.

So prüfen Sie es: Bei Google Play gibt es im Abschnitt „Entwicklerinformationen" einen Link zur Datenschutzerklärung. Klicken Sie ihn vor der Installation an.

6. Offline-Betrieb

Eine App, die ohne Internet funktioniert, kann während des Spielens per Definition keine Daten senden. Das ist auch praktisch: im Auto, im Zug und bei der Oma ohne WLAN. Außerdem schneidet das abgeschaltete Internet die Werbung in den Apps ab, die welche zeigen.

So prüfen Sie es: Flugmodus einschalten und die App starten. Läuft sie, ist das ein gutes Zeichen.

Kurze Checkliste

  • Kein Hinweis „Enthält Werbung".
  • In-App-Käufe: nur das Freischalten der Vollversion durch die Eltern, keine virtuelle Währung.
  • Abschnitt „Datensicherheit" ohne Weitergabe an andere Unternehmen.
  • Berechtigungen auf das Nötigste beschränkt.
  • Funktionierender Link zur Datenschutzerklärung mit Kontaktangabe.
  • Läuft im Flugmodus.

Die Kidalu-Apps enthalten keine Werbung, wir erstellen keine Profile des Kindes, und alle Dokumente veröffentlichen wir auf dieser Seite, etwa die Datenschutzerklärung von Lesen nach Silben und von Buchstaben und Zahlen. Die Vollversion schalten die Eltern per In-App-Kauf frei, und manche Funktionen, etwa das Laden von Büchern zum Lesen, brauchen Internet. Deshalb ermutigen wir Sie, jede App selbst zu prüfen, auch unsere. Es ist eine gute Gewohnheit, die bei jeder weiteren App nützlich ist.

Wenn Sie eine App zum Lesenlernen suchen, lesen Sie auch, wie Kinder mit der Silbenmethode lesen lernen. Dann lässt sich leichter beurteilen, ob eine App das Kind einen sinnvollen Weg führt.

In der Praxis ausprobieren

Buchstaben und Zahlen — Buchstaben und Zahlen mit dem Finger auf dem Bildschirm schreiben.

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